Kultur macht stark

Mit dem Programm „Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung“ https://www.buendnisse-fuer-bildung.de/de/inhalt-und-ziele-1715.html fördert das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ausgewählte außerschulische Projekte der kulturellen Bildung, die vor Ort zu mehr Bildungsgerechtigkeit beitragen. Lokale Akteure schließen sich zu Gunsten eines uneingeschränkten Zugang zur Bildung für Kinder und Jugendliche zusammen.

Durch die außerschulische, freiwillige Beschäftigung mit kulturellen Inhalten und Begegnung mit Kulturschaffenden in den Projekten von „Kultur macht stark“ eröffnen sich gerade bildungsbenachteiligten Kindern und Jugendlichen neue Zugänge zur Bildung. Die Projekte bauen eine Brücke zu öffentlichen Lernwelten wie Museen, Theatern, Bibliotheken. In einer unbelasteten Lernumgebung fördern sie das selbstgesteuerte Lernen und freiwillige Mitgestalten und schaffen eine Basis für lebenslanges Lernen. Die aktive Beschäftigung mit Kunst und Kultur wirkt sich positiv auf die Kreativität aus und unterstützt die persönliche Entwicklung. Bildungsangebote außerhalb des Schulkontexts leisten einen wichtigen Beitrag dazu, Bildungserfolg und soziale Herkunft zu entkoppeln.

Im zweiten Halbjahr 2018 wurde in Neunkirchen ein kultureller Schwerpunkt auf den 90. Geburtstag von Günter Rohrbach gelegt. Dank der Förderung durch „Kultur macht stark“ konnten sich auch über 100 Kinder und Jugendliche aktiv beteiligen.

app2music

Movies in Motion

Museum macht stark

Kleine Filmproduzenten ganz groß!

Kinder und Jugendliche erhielten im Projekt „Kleine Filmproduzenten ganz groß“ die Möglichkeit die Arbeit eines Filmproduzenten und die Zusammenhänge des Filmemachens zu erkunden und sich in der Rolle eines Filmproduzenten zu erproben: Die TeilnehmerInnen erfuhren, was es bedeutet einen Film zu drehen und wie viele unterschiedliche Aufgaben es dabei gibt. Sie konnten sich auch selbst in unterschiedlichen Funktionen vor und hinter der Kamera erproben. Sie lernten einen echten Schauspieler und Produzenten kennen und konnten ihm Fragen stellen.

Im gesamten Verlauf des Projekts war es uns wichtig, den Kindern und Jugendlichen niederschwellig die Teilnahme mit ihren unterschiedlichen Fähigkeiten und Interessen zu ermöglichen. Sie wurden ermutigt, eigene Ideen zu entwickeln. Die Honorarkräfte haben die Kinder dann auch auf vielfältige Weise dabei unterstützt, ihre vielfältigen Ideen umzusetzen.

Die Teilnehmerkinder des Projekts im Grundschulalter erhielten zum Einstieg die Möglichkeit, ein Musikvideo zum Geburtstag von Günter Rohrbach mit zu gestalten. Sie dokumentierten das Projekt gleichaltriger Kinder, die einen Geburtstagssong für Günter Rohrbach instrumental erarbeiteten. Sie erlebten, wie aus einer Idee ein fertiges (Musik)Video entstand und wie vielfältig die Aufgaben beim Filmdreh sind. Es entstand im Zusammenwirken der beiden Projekte „App2Music“ und „Movies in Motion“ ein Video zum Geburtstag von Günter Rohrbach zur Melodie seines größten Kinder-Erfolgsfilms, der „Never Ending Story“.

Damit sollte es aber nicht genug sein. In der Auseinandersetzung mit der Person „Günter Rohrbach“ entwickelten einige Kinder die Idee Günter Rohrbach zu interviewen. Günter Rohrbach erfüllte den Kindern den Wunsch und stand ihnen Rede und Antwort. Aber was ist vor einem Interview zu bedenken? Im Vorfeld mussten die kleinen Produzenten Überlegungen anstellen, die ein Produzent zur Vorbereitung eines Drehs anstellen muss: Für das Interview war z.B. ein passender Raum nötig, die Licht- und Tonverhältnisse mussten geprüft und angepasst werden, der Hintergrund für die Filmaufnahmen musste gestaltet werden, die Winkel der Aufnahme mussten ausprobiert und dann auch noch die richtigen Fragen vorbereitet werden. Vor dem eigentlichen Interview übten die Kinder die Interviewsituation untereinander. Die Interviewer wurden zu Interviewten, die Kamerakinder zu Befragten usw.

Eine ältere Gruppe hatte die Idee, sich mit dem Inhalt eines ausgewählten Rohrbach-Film konkreter zu beschäftigen und daraus ein Musikvideo zu erstellen.

Die Teilnehmer/innen im Alter von 12-18 Jahren konzipierten ihr Projekt von Anfang bis Ende selbst und setzten es auch um:

Zunächst sondierten die Teilnehmerinnen die verschiedenen Rohrbach-Filme. Ein wichtiges Kriterium für sie war, dass der ausgewählte Film sich für ein Musikvideo eignet. Ihre Entscheidung fiel zu Gunsten des Films „Das Boot“, mit dem sie sich anschließend (vom zu Grunde liegenden Buch über die Hintergründe zur Produktion bis zum Film selbst) intensiv auseinandersetzten. Dabei faszinierten sie die Charaktere der Personen besonders.Deshalb entschlossen sie sich, die unterschiedlichen Figuren und ihre Bedeutung für den Film zu analysieren und zu interpretieren. Es entstand ein Tanzvideo, in dem jeder Darsteller eine mit ihrem spezifischen, den Film prägenden Charakter darstellte. Das vielen U-Bootfahrer noch Jahre später im Ohr bleibende, prägende und durch Mark und Bein gehende typische U-Boot-Geräusch, das Echolot, wurde zum wesentlichen Filmelement. Gerne hätten die „Filmproduzenten“ Original-Szenen aus dem Film in ihr Video eingebaut. Dies war jedoch aufgrund der Rechtesituation nicht möglich.

Zum Abschluss des Projekts fand das Mini-Filmfestival statt. Die jüngere Gruppe der Kinder wählten dafür zwei Filme von Günter Rohrbach aus, die gezeigt wurden, und zeigten auch ihre eigenen Produktionen. Die ältere Gruppe der Jugendlichen wählten keinen weiteren Film aus, sondern präsentierten ihren eigenen Film. Es kamen rund 200 Gäste, darunter auch Eltern und Geschwister. Alle Kinder und Jugendliche erhielten eine Teilnahmeurkunde, die ihnen im Rahmen des Festivals überreicht wurde.

Alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen hatten in dem Projekt viel Spaß und erlebten dieses als tolles Ereignis. Außerdem konnten sie vielfältige Erfahrungen gewinnen, die von der sozialen Kompetente des Arbeiten im Team über fachliche Infos hinsichtlich der Aufgaben bei einer Filmproduktion bis zu organisatorischen Erfahrungen  reichen.